Mit Pappe ist hier der Führerschein gemeint und bestimmt kennen viele Trucker und Nicht-Trucker den Song der Schürzenjäger, die von einem Führerscheinentzug singen. Als Brummifahrer steht ein Führerschein-Inhaber aber auch stets einen halben Meter vor der MPU. Klar, ich bin im Jahr Tausende von Kilometern unterwegs und nicht immer will ich hinter einem Traktor herfahren. Doch mit jedem Überholen im Überholverbot wird die Strafe teurer, mit jeder „überfahrenen“ roten Ampel das Punktekonto belastet.
Ganz schnell ist dann das Maß erreicht, die berufliche Zukunft erst einmal auf Eis gelegt: Zu Fuß gehen ist angesagt. Nicht eine Promillefahrt ist Grund für den Führerscheinentzug, sondern einfach viel zu viele Eintragungen in der Flensburger Verkehrssünderkartei. Nach zwei Jahren verfallen die Punkte – falls bis dahin kein neuer dazugekommen ist. Das ist aber eher unwahrscheinlich, wenn man, so wie ich, das ganze Jahr auf der Straße unterwegs ist. Dann heißt es, vom Arbeitslosengeld zusätzlich zu den laufenden Kosten MPU und Führerschein ein weiteres Mal zu bezahlen. Besser ist es, die Punkte durch eine freiwillige Nachschulung zu senken, wenn die gefährliche Grenze erreicht wird. Im Verkehrsministerium wird allerdings im Moment darüber spekuliert, die Regelung dahingehend zu ändern, dass jeder erworbene Punkt, unabhängig von den neu dazugekommenen, nach zwei Jahren verfällt.
Gut ist, dass die MPU „nur“ wegen der Punkte in Flensburg relativ günstig ist. Bei Alkohol und Drogen am Steuer, wovon ein korrekter Brummifahrer wie Billy Fendler selbstverständlich die Finger lässt, steigen die Kosten bis auf das Doppelte an, weil natürlich der Ex-Autofahrer die Laborkosten zum Nachweis seiner Abstinenz selbst bezahlen muss – dies aber entfällt, wenn nur rote Ampeln und Überholverbote die MPU erforderlich machten. Nicht jeder Anbieter von Vorbereitungskursen ist übrigens seriös, nicht alle Märchen über die Medizinisch-Psychologische Untersuchung sind wahr, auch wenn sie sich hartnäckig halten und immer wieder erneut verbreiten.